Was hat die Granitschale am Berliner Lustgarten mit dem Spreebord zu tun?
Es ist bekannt, dass die Granitschale am Berliner Lustgarten, eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt, aus einem geteilten Markgrafenstein aus den „Rauenschen Bergen“ bei Fürstenwalde entstand.
Aber, wie kam es dazu, dass ein ehemals 700 Tonnen schwerer Granitbrocken, der ursprünglich in Südschweden lag, als Granitschale und Berliner Sehenswürdigkeit endete. Schuld an der Reise des Steinbrockens von Südschweden nach Rauen in Brandenburg war die Eiszeit. Riesige Gesteins- und Sandmassen wurden durch das, nach Süden vordringende Eis in unsere Gegend verschoben. Nach mehreren Eiszeiten und wärmeren Perioden lagen die Steine in der Nähe von Fürstenwalde in den „Rauenschen Bergen“.
Bis im 19. Jahrhundert der preußische König Friedrich Wilhelm III. ein Objekt „königlicher Macht“ bestellte. Ein britischer Adliger fand Gefallen an großen Granitschalen und orderte eine. Der König wollte dies übertreffen und beauftragte den Steinmetz Christian Gottlieb Cantian, eine größere Schale herzustellen, wobei das „…größte Produkt der Art im Lande bleiben soll“. Diese Forderung erschien schon aufgrund des Gewichts des Objektes (75 t) als sinnvoll.
Jetzt kommt die Spree ins Spiel. Der Transport des Rohlings, mit einem Gewicht von mehr als 75 Tonnen, musste auf dem „Seeweg“ erfolgen. Da der Oder – Spree – Kanal erst Ende des 19. Jahrhunderts fertig wurde, musste dieser über die Spree vorbei am Spreebord, erfolgen. Leider sind zum Transport nur wenige Informationen bekannt. Eine ist, dass zum Wassertransport eigens aus Böhmen herbeigeführte Kähne aus Fichtenholz dienten. Das heimische Bootsbauholz aus Kiefern hatte ein zu großes Eigengewicht, um die große Last auf der „flachen Spree“ zu transportieren.

Nachdem der Rohling sicher in Berlin angekommen war, konnten die Feinarbeiten erfolgen. Hierbei spielte übrigens auch der berühmte Baumeister Karl Friedrich Schinkel, insbesondere bei der Findung des Aufstellungsplatzes, eine wesentliche Rolle. Hier ein kleiner Einblick in die Herstellung und die Geschichte der Granitschale, die durch den Maler Johann Erdmann Hummel künstlerisch dargestellt wurde.
Schleifen der Granitschale

Die Granitschale im Berliner Lustgarten, 1831, Alte Nationalgalerie Berlin (links: Bauinspektor und Steinmetz Cantian mit Zylinder)

Beide Gemälde von Johann Erdmann Hummel (www.https://de.wikipedia.org/wiki/Granitschale_im_Lustgarten)
Es sind viele Informationen über den Bau bis hin zu Gemälden über die Herstellung bekannt, aber für uns wichtig ist, ohne den Transport auf der Spree gäbe es vielleicht keine Granitschale am Lustgarten in Berlin.
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